0 Warenkorb
Einfach gesund leben - Schneekoppe

Was essen wir morgen?

Schneekoppe im Gespräch mit Karin Tischer von food & more, Europas gefragteste Trendforscherin, berichtet über aktuelle Ernährungs-Trends

Schneekoppe: Der aktuelle Trend lautet „Convenience Food“. Fertig-produkte wie beispielsweise TK-Pizzen, Fertigsuppen und Co. landen immer öfter auf unseren heimischen Küchentischen. Ernähren wir uns bald ausschließlich von Convenience-Produkten?

Karin Tischer: Einerseits wird zunehmend immer mehr Convenience Food verwendet, andererseits hat der Verbraucher eine höhere Sensibilität für gesünderes Ernährungsverhalten entwickelt, d.h. mehr frische Zutaten, öfters gesund kochen und häufiger frisches Convenience. Wir sprechen heutzutage in der Trendforschung von der sogenannten „pseudo-gesunden Ernährungsweise“ des Verbrauchers, d.h. er war auf der einen Seite noch nie so aufgeklärt wie heute, wie er sich eigentlich ernähren sollte, und auf der anderen Seite hat er weder Lust, noch Durch-haltevermögen, sich konsequent immer daran zu halten. Der Verbraucher bildet sich seine eigene Wahrheit und nimmt sich z.B. vor: „In Zukunft esse ich ein bisschen weniger Fleisch und wenn Fleisch, dann mehr Geflügel. Und wenn ich mal wieder ungesund gegessen habe, esse ich anschließend einen Salat und trinke einen Joghurt-Drink.“ Im Einkaufskorb befindet sich häufig die fettreduzierte Margarine sowie Nussnougatcreme und beides kommt zusammen auf ein Brot. Der Verbraucher macht für sich selbst sein Ernährungsverhalten immer wieder passend und versucht sein latent schlechtes Gewissen mit Hilfe von Platzhaltern, wie z.B. Salaten, Früchten sowie auch gesunden Säften/ Smoothies zu beruhigen und rückt damit seine Ernährungsweise wieder ins rechte Licht. Getreu dem Trend hin zu mehr Frische und gesünderer Ernährung werden Convenience-Produkte oft mit frischen Zutaten oder Beilagen kombiniert, auch weil sich der Verbraucher aktiv bei der Zubereitung seiner Speisen einbringen möchte. Zusätzlich werden gemäß des Homing-Trends z.B. Salat, Gemüse, Obst und Kräuter wieder vermehrt selbst angebaut, ob im heimischen Garten, auf dem Balkon oder im angemieteten Schrebergarten.

Hierbei geht es vor allem um das besondere „Ernteerlebnis“ statt der ganzjährigen Versorgung und um die Gewissheit eines reinen Naturproduktes ohne zusätzliche Chemie. Jedoch wird der Verbraucher immer bequemer und hat oft mit der Zeitknappheit zu kämpfen, somit werden Convenience-Produkte immer beliebter und qualitativ besser. Andererseits ist der Verbraucher, besonders in Deutschland, sehr preissensibel, wenngleich derzeit eine zarte Entwicklung zu besseren Qualitäten und zu höheren Preisen erkennbar ist. Das Thema Frische und Gesundheit wird uns zukünftig noch viel beschäftigen. Analog zu dieser Entwicklung werden Convenience-Produkte immer frischer. Die meisten Trends für Convenience-Produkte kommen aus der Gastronomie und werden mit der Zeit von Industrie und Handel aufgenommen. Außerdem beobachten wir, dass die Gastronomie zunehmend mehr Convenience einsetzt, die der Endverbraucher beim Restaurantbesuch dann zu sich nimmt. Die Zunahme an vielen neuen, innovativen Convenience-Produkten und Trends sehen wir jährlich auf der Internorga Messe, der größten und wichtigsten Gastronomiemesse in Europa. Wir sind seit 5 Jahren DAS Trendforum „PINK CUBE“ auf dieser Messe und berichten über die weltweite Convenience-Entwicklung durch unsere Trendforschungsreisen rund um den Globus.

Schneekoppe: Befinden wir uns in einem Dilemma? In einem jüngst veröffentlichten Artikel heißt es: „Das moderne Essen macht krank“!

Karin Tischer: Ja, wir befinden uns in einem Dilemma. Tagtäglich unterliegt der Verbraucher einer Vielzahl von Verlockungen. Angefangen morgens mit dem „süßen Teilchen beim Bäcker“, mittags die „Currywurst vom Imbiss“ und abends die „fertige Pizza vom Lieferdienst“. Zudem ist der Verbraucher auch bequem und inkonsequent. Gerade am Wochenende, wo mehr Zeit fürs Kochen wäre, wird immer öfters essen gegangen, als Entlastung und gesellige Freizeitbeschäftigung. Dadurch wird automatisch auch wieder mehr Convenience Food verzehrt, da in der Gastronomie mitunter zunehmend mehr Convenience verwendet wird. Zudem wird immer mehr Essen nach Hause bestellt. Lieferdienste wie Lieferando, Lieferheld, Foodora und Deliveroo boomen. Beispielsweise Sonntagabends haben die Delivery-Dienste Hochkonjunktur. Anstatt das Sonntagabend gekocht wird, sucht der Verbraucher die bequemen, gemütlichen Klassiker in Kombination „Tatort im TV und Pizza“. Der Verbraucher wünscht sich Gerichte, die „lecker, gesund und schnell zubereitet werden können“, dieses ist jedoch in den meisten Fällen ein Widerspruch in sich. Gesund kochen heißt im besten Fall auf dem Bauernhof oder Wochenmarkt gesunde, frische, regionale Zutaten einzukaufen und anschließend zu Hause gesund und lecker zu kochen. Beides geht in den meisten Fällen aber nicht schnell. Allerdings können und wollen viele Menschen nicht mehr kochen oder immer weniger. Es soll oftmals schnell gehen, was für viele Verbraucher eine Integration/ Zugabe von Convenience bzw. convenienten Zutaten impliziert.

Der gute Vorsatz und die Wirklichkeit liegen oftmals deutlich auseinander: Auf Platz Nr.1 der am häufigsten genutzten Einkaufsmöglichkeiten steht der Supermarkt, dicht gefolgt vom Discounter und dem Lebensmittelfachgeschäft. Die Anzahl der Einkäufe auf dem Bauernhof, dem Markt und im Bioladen hingegen geht zurück. Die Mischung macht’s! Wenn man nur einseitige, preiswerte Convenience zu sich nimmt, kann es zu Mangelernährung und Unwohlsein führen. Hingegen wirkt sich in der Regel eine ausgewogene Mischkost positiv auf das Wohlbefinden des Konsumenten aus. Es kommt bei der Integration von Convenience auf eine gute, gesunde Dosierung an. Die Mischung macht’s!

Schneekoppe: Auf einen Trend folgt meist ein Gegentrend. Welchen Gegentrend gibt es in Bezug auf Convenience Food?

Karin Tischer: Ja, jeder Trend hat einen Gegentrend. Der Verbraucher verwendet tendenziell immer mehr Convenience. Andererseits ist Essen zum Lifestyle geworden. Immer öfters wird alleine oder mit der Familie sowie Freunden frischer, gesünder, leckerer und zeitintensiver gekocht sowie gegessen. Zusätzlich inszenieren die Foodies und Blogger alles rund ums Kochen und Backen. Der Verbraucher trägt beide Entwicklungen in sich und nutzt in der bunten Vielfalt der Lebensgestaltung die gegensätzlichen Trends, der eine mehr, der andere weniger. Beim gesünderen, frischeren Kochen geht ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln einher, ob beispielsweise der oben beschriebene Anbau von Gemüse und Co. gemäß des Homing-Trends, das Bestellen einer Bio-Lebensmittel-Kiste nach Hause oder das Engagement in unterschiedlichen Communitys von Slow food bis Foodsaver. Allerdings handelt es sich hierbei um Nischen, denn die Zahl der Einkäufe auf dem Markt und beim Bauern bzw. Hofladen ist rückläufig, häufig nur exklusiv am Wochenende. Ein Beispiel zur Skurrilität der Zeit: Der Verbraucher hat den Wunsch wieder stärker „zurück zur Natur“ zu kehren - aber bitte nicht ohne Smartphone! Aktuell zur Spargelsaison fahren viele Verbraucher am Wochenende von der Stadt aufs Land zum Spargelbauern, um einen Moment lang in die Bauernhof-Idylle einzutauchen, die sie sonst nicht mehr oder kaum erleben. Zurück zur Natur gerne, aber der Verbraucher möchte dabei nicht auf die neueste Technik verzichten. Er wünscht sich dabei die neuesten Spargelangebote und -rezepte auf seinem Smartphone sowie Tablet und liefert seinen Freunden per Selfie oder durch food-Porn (d.h. die spektakuläre bildliche Darstellung der Speisen) den Beweis des Spargelerlebnisses. Die Spargelschälmaschine darf dabei auf keinem Spargelhof fehlen.

Schneekoppe: Im Markt sieht man immer mehr Bio-Produkte. Gibt es bald alles nur noch in Bio-Qualität in Deutschland?

Karin Tischer: Obwohl Bio-Produkte im Markt sehr präsent vertreten sind, sich immer weiter etablieren und eine absolute Daseinsberechtigung haben, machen sie tatsächlich nur einen kleinen, zart wachsenden Prozentsatz des Marktes aus. Deshalb ist nicht zu erwarten, dass in Zukunft alle Lebensmittel in Bio-Qualität angeboten werden. Dennoch trifft „Bio“ sehr den Zeitgeist, im Kontext von Essen als Lifestyle und zunehmender Sensibilisierung für gesündere Speisen. Neben dem positiven Image werden Bio-Produkte auch teilweise kritisch betrachtet, z.B. bezüglich längerer Beschaffungswege aus Übersee und eventuell nicht ausreichenden bzw. teilweise weniger zuverlässigen Qualitätskontrollen im Ausland. Durch die langen Beschaffungswege und die Besinnung auf die heimischen Werte haben regionale Zutaten sowie Produkte eine deutliche, wichtige Rolle eingenommen. Wenn der Verbraucher nicht die Kombination aus Regional plus Bio wählt, entscheidet er sich tendenziell öfter für regionale als für Bio-Produkte.

Schneekoppe: Welche Ernährungsformen treffen den Zeitgeist?

Karin Tischer: Essen als solches hat einen höheren Stellenwert bekommen, neben den Ernährungsformen. Heutzutage ist der Verbraucher ernährungsbedingt aufgeklärter und sensibler als früher. Ernährung ist für viele ein hochemotionales Thema, d.h. Ernährung und Essen gehören zum Lifestyle und haben einen wichtigen Stellenwert in unserem Leben. Zunehmend mehr Verbraucher definieren oder profilieren sich über das Essen, teilweise sogar über eine spezielle Ernährungsform, die einerseits eine Möglichkeit zur Individualisierung, aber auch zur Gemeinschaftsbildung Gleichgesinnter bietet. So sind insbesondere jüngere Verbraucher, die sich oftmals kritisch mit den verschiedenen Ernährungsformen beschäftigen, z.B. der veganen oder vegetarischen Lebensweise gegenüber stärker aufgeschlossen. Foodies und Food-Blogger, die sich in den letzten Jahren stärker entwickeln, nehmen Einfluss auf das Ernährungsverhalten der Verbraucher, inspirieren oder unterstützen neue Ausrichtungen. Streetfood-Festivals und food-Trucks an sich sind derzeit sehr trendy und werden oft als Inspirationsquelle genutzt.

Um die Frage zu eruieren, warum die vegane Ernährungsweise momentan in aller Munde ist,  hat food & more folgende These aufgestellt:

In Deutschland leben ca. 80 Millionen Menschen, davon sind:

  • ca. 1,5 % Veganer                                                             à ca. 1,2 Mio. Einwohner
  • ca. 8-9 % Vegetarier (davon 2/3 Frauen)                à ca. 7 Mio. Einwohner
  • ca. 11,6 % Flexitarier                                                      à ca. 9 Mio. Einwohner
  • ca. 9,5 % „reduktionswillige Fleischesser“           à ca. 7,5 Mio. Einwohner

d.h. gesamt ca. 30 % der Bevölkerung sind ernährungsbedingt sensibilisiert.

Die Zielgruppe der Veganer ist zwar sehr klein, aber ca. 30 % der Bevölkerung ist mittlerweile ernährungsbedingt sensibilisiert. Und zur Beruhigung des schlechten Gewissens, sich oft nicht ausreichend und konsequent gesund genug zu ernähren, hat die vegane Küche als strenge, reduzierte Kostform eine enorme Strahlkraft. Nur ein sehr geringer Teil der Verbraucher ernährt sich ausschließlich vegan. Es werden viele vegane Produkte von Flexi-Veganern oder Nicht-Veganer gekauft. Hier wird deutlich, dass durch die breit gefächerten Zielgruppen vegane Produkte einen Zuwachs an Bedeutung haben. Diese These spiegelt sich auch in den o.g. Zahlen wieder. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen und Motivationen zur Differenzierung der einzelnen Ernährungsgewohnheiten. Beispielhaft können Gesundheit, Tierschutz sowie ein stärkeres Umweltbewusstsein einen Grund für eine spezielle Ernährungsform darstellen. Es gibt neben den „normalen“ Mischköstlern z.B. die Ausprägungen von speziellen Ernährungsformen, wie Paleo („Steinzeitkost“, d.h. die Zutaten im ursprünglichen Zustand, kaum Fertigprodukte), ovo lacto Vegetarier (vermeiden Fisch und Fleisch, aber verzehren Milch und Milchprodukte sowie Eier), Pescetarier (verzichten auf Fleisch, aber nicht auf Fisch), Holiday- und Weekend-Veganer (folgen der Ernährung ohne tierische Produkte nur zeitweise).

Schneekoppe: Das Thema Gesundheit spielt eine immer wichtigere Rolle. Was tut sich hier?

Karin Tischer: Ja, das Thema Gesundheit gewinnt immer mehr an Bedeutung, wenngleich sich viele Verbraucher im täglichen pseudo-gesunden Ernährungs-Dilemma befinden. Der Verbraucher ist einer täglichen Informationsflut ausgesetzt und teilweise in der Komplexität und Menge der Informationen überfordert oder kann sich oft nicht ausreichend Zeit zur Differenzierung der Qualitäten nehmen. Das geschieht auch in Hinblick auf Ernährungsthemen wie z.B. Zusatzstoffe und Allergene. Es gibt eine Menge kritische Aspekte zu Zusatzstoffen und Aromen, aber nicht alles, was zu diesem Thema berichtet wird, stimmt. Selbstverständlich sind die Menschen, die von Allergien und Unverträglichkeiten betroffen sind, automatisch sensibilisiert und beschäftigen sich vor dem Kauf mit der Zusammensetzung von Lebensmitteln und wählen die Produkte mit Sorgfalt. Allerdings haben auch viele andere Verbraucher einen geschärften Blick, in Bezug auf Zusatzstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker und versuchen Produkte auszuwählen, die möglichst auf diese Stoffe verzichten. Wir in der Trendforschung vermuten, dass das in Zukunft eher noch verstärkt auftritt und der Verbraucher vermehrt zu Produkten ohne diese Inhaltsstoffe greifen wird. Ebenso zeigt der Anstieg der „free from“ Produkte, dass deutlich mehr Verbraucher zu diesen Produkten greifen, als es allergie- oder unverträglichkeitsbedingt erforderlich wäre. Laktose- und gluteinfreie Gluten Produkte liegen hier weit Vorne. Es gibt eine leichte Tendenz, dass die Verbraucher vermehrt auf die Qualität der Lebensmittel achten. Hoch im Kurs sind daher z.B. hochwertige Öle und Essige sowie verschiedene gesunde Säfte, Saaten und Kerne sowie gesunde Müsli-Sorten. Superfood und Superfruits wie Cranberries, Leinsamen, Chia-Samen, Urkorn Emma erfreuen sich aktueller Beliebtheit, außerdem frische Zutaten von Salat, Obst und Gemüse bis hin zu Kresse-, Kräuter- und Sprossen-sorten. Die Trends „zurück zur Natur“ und „zurück zum Ursprung“ begünstigen diese Bewegung. Informationen zu Herkunft und Anbaugebieten geben den Produkten einen emotionalen Bezug und damit Anhaltspunkte, diese Produkte zu kaufen. Zusammenfassend ist für viele Verbraucher der Griff zu frischen Produkten ein wichtiger Platzhalter für Gesundheit, möglichst in Kombination mit sportlichen Aktivitäten.

Schneekoppe: Kochshows und Foodmagazine boomen. Doch die Kochlust nimmt weiterhin ab, so heißt es im jüngst erschienen Ernährungsreport 2017 vom Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Überspitzt gesagt, ist selbst kochen out?

Karin Tischer: Nein, selbst kochen ist nicht out. Der Verbraucher ist lediglich bequemer geworden. Unter der Woche hat der berufstätige Verbraucher nicht immer Zeit und Lust aufwendige Gerichte selbst zuzubereiten und die benötigten Zutaten frisch einzukaufen. Somit verwendet er vermehrt Convenience-Produkte oder bestellt Gerichte bei Lieferdiensten bzw. Premium-Lieferdiensten. Am Wochenende findet dann das inszenierte Kochen statt mit viel Liebe zum Detail. Außerdem wird an allen Wochentagen vermehrt Essen gegangen. TV Kochshows und Foodmagazine liegen laut aktueller Zahlen und Sendezeiten ganz klar im Trend, Kochsendungen bekannter Starköche werden inzwischen zur Primetime gesendet. Die Zahl derer, die tatsächlich am Herd stehen und das ein oder andere Gericht nachkochen, ist jedoch relativ gering. Dem Verbraucher geht es hauptsächlich darum Inspirationen zu bekommen und bestehende Gerichte neu zu interpretieren. Und das Phänomen, dass der Verbraucher im TV sehen kann, was er hätte kochen können, wenn er denn gekocht hätte. Denn Kochen und Essen berührt die Menschen.

Schneekoppe: Welche Technologien werden kommen?

Karin Tischer: Grundsätzlich gewinnt die Digitalisierung in vielen Facetten immer mehr an Bedeutung z.B. in Form von Apps, die die Bestellungen oder Zubereitung von Speisen vereinfachen oder täglich neue Rezeptideen präsentieren. Auch im Bereich der Technik, gibt es immer mehr Innovationen, wie zum Beispiel der Einsatz von Drohnen oder Robotern im Delivery-Bereich. Aktuell laufen hier bereits verschiedene Pilotprojekte, inwieweit sich diese jedoch durchsetzen werden, wird die Zukunft zeigen. Abhängig ist dies von verschiedenen Faktoren, wie etwa die Integration in Arbeitsabläufe der Firmen und die Akzeptanz durch die Verbraucher.

Schneekoppe: Die Weltbevölkerung wächst und damit auch die Lebensmittelnachfrage. Was erwartet uns?

Karin Tischer: Laut wissenschaftlicher Prognosen wird die Weltbevölkerung weiterhin rasant ansteigen. Dies kann zu weitreichenden Problemen in der Ernährungssicherung führen, wie zum Beispiel zur Knappheit in der Fleischversorgung. Es wird in Zukunft wahrscheinlich darum gehen, wer sich das Fleisch leisten kann. In vielen Ländern, auch in Deutschland, laufen bereits Versuche nach alternativen und möglichst nachhaltigen Proteinquellen zu suchen. Dies kann z.B. durch den Verzehr von Insekten, Algen (z.B. Wakame, Kombu und Meersalat), teilweise Reptilien, aber auch Tofu, Tempeh, Saitan, Quorn etc. ermöglicht werden. Insbesondere der Verzehr von Insekten – eine Selbstverständlichkeit in vielen Ländern – wird in Deutschland eher als Mutprobe verstanden, die meist auf Unverständnis und Ekel trifft und nicht als wertiger, alltäglicher Bestandteil der Ernährung. Es wird eine deutliche Veränderung und Entwicklung bei alternativen Proteinquellen geben.

Folgen Sie uns  facebook-icon-5 Instagram